„Ssejchel“ zum Glaubensgespräch

Sséjchel (לכשׂ) bedeutet Verstand, Vernunft, Weisheit, scharfes Nachdenken. Wenn Sie einer jüdischen Person ihren Glauben bezeugen, dann müssen sie sensibel sein, weil Sie das dann in einem kulturübergreifenden Dienst tun. Bitte lassen Sie sich davon nicht verunsichern, sondern behalten sie das einfach im Kopf, wenn Sie Zeugnis ablegen. Je mehr die jüdische Person ihre Religion ernst nimmt, desto mehr spielen diese Dinge eine Rolle für sie, und umgekehrt. Versuchen Sie es!

  1. Der allererste Grund, warum ein Jude zögert, den Messias anzunehmen, läßt sich in den Worten zusammenfassen: „Ich will nicht aufhören, ein Jude zu sein.“

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  2. Wenn Sie wissen, wie man den persönlichen Namen Gottes zu Seinem Gedenken (JHWH) ausspricht, dann sprechen Sie ihn bitte nicht aus.
  3. Wenn Sie von Gott sprechen, so ist es ratsam, den Ausdruck „der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ zu gebrauchen. Auch „der Herr“ oder Haschem sind gute Benennungen.
  4. Seien Sie einfühlsam und höflich. Dieser Rat mag zwar unglaublich einleuchtend sein, aber ich habe viel zu viele Gläubige getroffen, die gefühllos, grob und unhöflich waren, wenn sie ein Zeugnis ablegten.
  5. Wortwahl: Eine richtige Wortwahl wird die Kommunikation sehr erleichtern und helfen, Barrieren des Mißverständnisses abzubauen.
  6. Anstatt zu sagen: sagen Sie:
    christlich messianisch, biblisch, oder nach der Schrift
    Christ Messiasgläubiger, Glaubender
    Christus (latinisiertes Griechisch) Maschiach (hebräisch), Messias (latinisiertes Hebräisch)
    Kirche Gemeinde
    Jesus (latinisiertes Griechisch) Jeschúa (hebräisch)
    „starb für meine Sünden“ „hat meine Sünden gesühnt“
    Heiliger Geist Geist Gottes, Rúach HaKódesch (hebräisch)
    Dreieinigkeit zusammengesetzte Einheit, dreifache Natur
    Evangelium (latinisiertes Griechisch) Gute Nachricht
    Ostern Auferstehungstag
    Weihnachten Geburt des Messias
    Neues Testament Neuer Bund, Brith Chadascháh (hebräisch)
    Altes Testament Tenách, Hebräische Schrift, Bibel
    Taufe Eintauchen, Tewiláh (hebräisch)
    Kreuz Holz, Pfahl
    Bekehren, Bekehrung Umkehr, Vollendung, Reue
    Wiederkunft Christi Wiederkunft des Messias
    Blut Christi Tod, stellvertretendes Opfer des Messias
  7. Vermeiden Sie es, Witze über die Juden zu erzählen. Ein Nichtjude, der jüdische Witze erzählt, wird oft für einen Antisemiten gehalten. Tragen Sie Witze vor, die ihrem Wesen nach neutral sind, oder bringen Sie Witze über sich selber. Um jedes Mißverständnis zu vermeiden, lassen Sie einen Juden die jüdischen Witze erzählen.
  8. Vermeiden Sie Kritik an jüdischen führenden Persönlichkeiten. Ein Jude könnte solche Bemerkungen für antisemitisch halten. Lassen Sie die Juden selbst ihre Anführer kritisieren.
  9. Vermeiden Sie es, sich selbst einen „geistlichen Juden“ zu nennen. Dieser Ausdruck verwirrt den Juden. Zur Klarstellung diene folgendes: Nichtjuden, die an Jeschua glauben, sind zwar „eingepfropft“; aber sie werden dadurch keine Juden, genauso wie jüdische Gläubige keine Nichtjuden werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden hinsichtlich der Errettung und Heiligung. Aber der Unterschied bleibt bestehen im Blick auf das Erbe der Herkunft (ebenso wie beim Geschlecht des Menschen).
  10. Vermeiden Sie antisemitische Ausdrücke, Gedanken und Anschauungen. Drücken Sie sich nicht vor der Tatsache des „christlichen“ Antisemitismus. Lassen Sie sich nicht einschüchtern von dem, was andere getan haben. Dafür sind Sie nicht verantwortlich, sondern nur für Ihre eigenen Taten. Infor-mieren Sie sich über die Gräueltaten in der Vergangenheit und lehnen Sie diese persönlich ab.

Leitgedanke

Der Leitgedanke für die Weitergabe des Evangeliums an Juden befindet sich in den Worten des Apostels Paulus in 1.Korinther 9,20:

Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden – obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin -, damit ich die, die unter dem Gesetz sind, gewinne.

Mit anderen Worten, betonen Sie, daß Ihr Glaube ein jüdischer Glaube ist! Dabei können Sie auf Tatsachen hinweisen wie: „Jesus war ein Jude“, „Jesus sprach zu jüdischen Zuhörern“, Die Jünger Jesu waren Juden“, „Die ersten, die an Jesus glaubten, waren Juden“, oder „Das Neue Testament wurde von Juden geschrieben.“

Bibelstellen, die man dazu anführen kann

  • Jesaja 52,13 – Kapitel 53:
  • Der Messias litt, um für unsere Sünden zu sühnen. Hinweis: Der „Gottesknecht“ kann nicht Israel sein, wie manche behaupten, denn in Vers 8 haben wir „mein Volk“ (womit nur Israel gemeint sein kann!) und „Er“ im selben Satz. Außerdem paßt das Volk insgesamt nicht auf die Beschreibung des Knechtes. Beachten Sie: Der Geist Gottes hat dieses Kapitel dazu benützt, mehr jüdische Menschen zu Jesus zu bringen, als irgendeine andere Stelle in der hebräischen Bibel.

  • Jesaja 9,5-6; Psalm 2,7-8; Sprüche 30,4:
  • Der Messias wird der Sohn Gottes sein.

  • Micha 5,1-3:
  • Der Geburtsort des Messias wird vorausgesagt, und Er sollte „von Ewigkeit her“ existieren.

  • Sacharja 12,9-10:
  • Die beiden Ankünfte des Messias erscheinen in diesem Vers. Die alte Schrift der jüdischen Rabbinen, der Babylonische Talmud (Sukka 52a), sagt: „Die Ursache der Trauer ist die Ermordung des Messias.“

  • Jesaja 42,6; 11,10; 49,6:
  • Der Messias wird ein Licht für die Völker sein.

  • Daniel 9,26:
  • Der Messias soll ausgerottet werden vor der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70 A.D.

  • Sacharja 9,9-10:
  • Der Messias wird nach Jerusalem kommen zur Errettung, aber er ist demütig und reitet auf einem Esel.

Die meisten Juden sind es nicht gewohnt, die Bibel zu lesen. Bibelstellen, die für uns strotzen vor Bedeutung, werden von den Juden höchstwahrscheinlich beim erstmaligen Lesen nicht verstanden. Stellen Sie sicher, daß sie die Bibelstelle verstehen. Wie? Indem Sie ihnen Fragen dazu stellen und/oder den Vers nach dem Lesen mit ihnen durchsprechen. Vielen Gläubigen ist nicht bewußt, wie wenig die meisten Juden über ihre „eigene“ Bibel wissen. Die meisten wissen nicht, daß Jesaja oder Jeremia Bücher der hebräischen Bibel sind. Wenn wir ihnen also einen Abschnitt wie Jesaja 52,13-53,12 vorlegen, dann müssen wir ihnen sagen, daß dieser Abschnitt aus der hebräischen Bibel stammt, geschrieben von dem jüdischen Propheten Jesaja im Jahre 700 vor der Zeitrechnung. Sagen Sie nicht, woher der Text stammt, ehe Sie ihn vorgelesen und dann auf die Frage: „Was denken Sie, wovon der Text handelt?“ eine Antwort erhalten haben. Wenn Sie es auf diese Weise tun, ist es am wirkungsvollsten.

Zwei der am meisten gehörten, jüdischen Einwände

Einwand Nr. 1:

Vom Messias wird erwartet, daß Er der Welt Frieden bringt. Es gibt aber immer noch viele Kriege. Weil Jesus der Welt keinen Frieden gebracht hat, kann Er nicht der Messias sein.

Antwort:

Es gibt zwei Aspekte hinsichtlich des Messias. Der eine betrifft den „herrschenden Messias“ und der andere den „leidenden Messias“. Beide Aspekte müssen beachtet werden, wenn wir die Vorstellung vom Messias verstehen wollen. Es stimmt, daß der „herrschende Messias“ eine Zeit universalen Friedens und Wohl-stands herbeibringen wird. Das ist jedoch nur die Hälfte des Bildes. Die andere Hälfte der Beschreibung des Messias wurde dabei aber weggelassen. Diese Bildhälfte zeigt uns einen Messias, der leiden und sterben sollte um Israels und der ganzen Menschheit willen. Das ist der Aspekt des Messias, den Jesus während Seines ersten Kommens erfüllte. Bei Seiner Wiederkunft wird Jesus die Voraussagen erfüllen, wonach der Messias der Welt Frieden bringt.

Unsere alten Rabbinen haben nicht verstanden, wie sich diese zwei Seiten des Bildes vom Messias, die sich zu widersprechen scheinen, in Einklang bringen lassen. Ihre Lösung war die „Theorie von den zwei Messiassen“. Sie erwarteten das Kommen zweier Messiasse. Der erste sollte der „Messias ben Joseph“ (Messias, Josephs Sohn) sein, der leidende Messias. Er sollte leiden und sterben während der Kriege mit Gog und Magog. Der zweite Messias, der „Messias ben David“ (Messias, Davids Sohn) sollte ihm folgen. Das sollte der königliche Messias sein, der Israels Feinde besiegt, den Tempel wieder aufbaut und eine Zeit universellen Friedens herbeiführen wird. Das Neue Testament vermittelt uns aber eine elegantere und einfachere Zusammenschau des biblischen Stoffes. Anstatt zweier Messiasse, von denen jeder einzeln erscheint, gibt es nur einen Messias, der jedoch zweimal kommt. Jeschua ist der sowohl der leidende Messias als auch der König Messias. Schrifttexte, die die Richtigkeit dieser Position bestätigen, sind Jesaja 52,13-53,12, Sacharja 12,10 und Psalm 22,17.

Man kann dem Bild vom Messias, wie es nach den hebräischen Schriften gezeichnet wird, nicht vertrauen, wenn dabei sein Leiden ausgelassen wird. Eine gute Quelle, um das zu untersuchen, ist uns an die Hand gegeben in dem Buch The Messiah Texts von Raphael Patai. Dr. Patai, ein ungläubiger Israeli, widmet ein ganzes Kapitel dem Thema „The Suffering Messiah“.

Einwand Nr. 2:

Wie kann Jesus der Messias sein? Sehen Sie doch, was seine Nachfolger getan haben. Die Christen haben das jüdische Volk über die Jahrhunderte hinweg verfolgt und ermordet.

Answer:

Sie müssen ihrem jüdischen Freund den Unterschied aufzeigen zwischen einem wahren Christen und einem, der nur dem Namen nach Christ ist. Es ist möglich, das Etikett „Christ“ zu tragen und keiner zu sein. Weisen Sie auf die Tatsache hin, daß viele Leute einer historischen Religion folgen, aber Gott nicht persönlich kennen. Zeigen Sie, daß Jeschua sich mit genau diesem Problem auch in seinen Tagen beschäftigen mußte, indem Sie Matthäus 7,22-23 zitieren: Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! Jeschua wird unechte „Christen“ verdammen.

Es ist lehrreich, die Parallele herauszustellen zwischen dem, was Jeschua sagte und dem, was Jeremia in Jeremia 23,14 sagte: Aber bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Greuel, wie sie ehebrechen und mit Lügen umgehen und die Boshaften stärken, auf daß sich ja niemand bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir gleichwie Sodom und die Bürger Jerusalems wie Gomorra. Das jüdische Volk kann einer geschichtlichen Religion folgen und mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs keinerlei persönliche Beziehung haben. Gott wird in gleicher Weise heuchlerische Juden verdammen.

Nun haben Sie die Gelegenheit, ihm zu sagen, daß ein wahrer Christ ein „Nachfolger des Messias“ (das ist die Bedeutung des Wortes Christ) ist. Um ein echter „Nachfolger des Messias“ zu sein, muß jemand eine geistliche Geburt vom Gott Abrahams, Issaks und Jakobs erlebt haben. Dann nehmen Sie ihn mit zu Johannes 3,1-21, wo Jeschua das alles mit einem führenden jüdischen Rabbi diskutiert. Das Ergebnis einer „Wiedergeburt“ ist, daß ein echter Christ das jüdische Volk unterstützen wird, weil sein Retter auch jüdisch ist. Schließlich liegt die eigentliche Beschreibung des Werks des Messias darin, daß Er das jüdische Volk liebt und unterstützt. Er verfolgt die Juden nicht.

Mit Dank für Gelegenheiten in Israel zum ‚Ssejchel‘ beim Glaubensgespräch, wie es auf dieser Seite dargestellt wird.