Wir möchten mit 1.Mose 49,10-11 beginnen und verweisen zunächst zurück auf unser einleitendes Material, in Sonderheit unter dem Titel „Die vier Typen der messianischen Prophetie“. Wenn der Leser mit diesen Informationen nicht vertraut ist, so sollte er sich zuerst damit beschäftigen, ehe er mit der Lektion über 1.Mose 49 beginnt. Der Grund für diesen Hinweis liegt in dem Wesen dieser Prophetie. 1.Mose 49 ist eine gemischte Prophetie. Das ist eine Prophetie, die Informationen enthält sowohl über das erste Kommen des Messias als auch über seine Wiederkunft. Es wird jedoch darin nichts gesagt, um den Zeitraum zu beschreiben, der zwischen diesen beiden Kommen liegt. Um das Phänomen mit anderen Worten zu beschreiben, sagen wir, die zwei Kommen des Messias sind auf eine Weise miteinander vermischt, daß der dazwischen befindliche Zeitraum nicht einfach zu erkennen ist. Manchmal taucht das Phänomen zwischen den Versen, manchmal auch inmitten eines Verses auf, d.h. zwischen zwei Satzteilen.
Im Falle von 1.Mose 49,10 kommt die Zeitlücke vor in der Mitte dieses Verses zwischen zwei Satzteilen. Der erste Satzteil ist „bis daß der Held (wörtl. Schiloh) komme“ und bezieht sich auf das erste Kommen des Messias. Darauf folgt der zweite Satzteil „und ihm werden die Völker anhangen“, was vom zweiten Kommen des Messias handelt. Um einen Zeitraum zu nennen: Nahezu 2.000 Jahre sind zwischen diesen beiden Aussagen vergangen, und doch gibt es keinen Hinweis im Text auf einen so extrem langen Zwischenraum.
Mit dieser einleitenden Information gehen wir nun über zum biblischen Text selbst. Wir wollen am Anfang einen kurzen Blick tun in den Zusammenhang der betreffenden Verse.